Zertifikat für pflegende Angehörige

27. April 2017

Gangelt. Bereits zum vierten Mal bot das Katharina Kasper-Heim in Gangelt einen Gruppenpflegekurs zur Unterstützung pflegender Angehöriger an. Dieses spezielle Kursangebot hat die Senioreneinrichtung mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt und für ältere Menschen mit Behinderungen in Kooperation mit der AOK Rheinland entwickelt.

In elf Modulen durchliefen die Teilnehmer ein abwechslungsreiches und informatives Programm in Theorie und Praxis. Unter anderem wurden finanzielle und rechtliche Informationen zur Pflegeversicherung sowie zur häuslichen Pflege durch einen Pflegedienst gegeben. Dabei standen in diesem Jahr die Neuerungen der Pflegestärkungsgesetze II und III im Vordergrund. Auch die Themen Betreuungsrecht und Vollmachten, Prophylaxen, Ernährung, Medikamentenversorgung und Sterbebegleitung wurden besprochen. Zusätzlich erlernten die neun Teilnehmer praktische Handgriffe bei der Körperpflege, Lagerung und Mobilisation von Pflegebedürftigen. Auch der Austausch untereinander nahm einen hohen Stellenwert ein.

Pflege und Betreuung werden schon seit Jahren immer relevanter. Mit der steigenden Lebenserwartung erhöht sich auch die Gefahr, mit zunehmendem Alter hilfe- und pflegebedürftig zu werden. Schon in naher Zukunft wird es mehr ältere als jüngere Menschen in Deutschland geben und diese demografische Entwicklung wird unsere Gesellschaft spürbar verändern.

„Die größte Pflegearbeit leisten die Angehörigen der pflegebedürftigen Menschen“, sagt Josef Aretz, Leiter des Katharina Kasper-Heims der Katharina Kasper ViaNobis GmbH in Gangelt. „Gerade eine zusätzliche demenzielle Veränderung stellt viele pflegende Angehörige vor eine große Herausforderung, für die verschiedensten Informationen und Ratschläge sehr hilfreich sein können. In den Kursen stellen wir immer wieder fest, dass dies auch dankbar angenommen wird. Oftmals sind es einfache Techniken und Handgriffe in der Pflege oder auch die Mitteilung einer Anlaufstelle, die den Angehörigen schon deutliche Erleichterung schaffen. Für viele Teilnehmer der vergangenen Kurse ist es beruhigend, dass sie sich mit auftretenden Fragen auch nach dem Abschluss noch jederzeit gerne an uns wenden können.“

Die Kursteilnehmer erhielten neben dem Zertifikat nach § 45 SGB XI, das sie zur Abrechnung zusätzlicher Betreuungsleistungen mit der zuständigen Pflegekasse berechtigt, als besondere Anerkennung das Pflegeherz als Anstecker. „Dieses steht symbolisch für die Aussage ´Mit Liebe und Herz einen Menschen aufrichten, der selbst nicht dazu in der Lage ist´. Und dies ist nur eine kleine Würdigung der Arbeit von pflegenden Angehörigen“, so Aretz.

Eine fünfte Auflage des Kurses ist bereits in Planung. Interessierte können sich gerne melden und vormerken lassen. Kontakt: Rita Börder, Telefon 02454 59-580, E-Mail: r.boerder(at)vianobis.de und Helga Saß, Telefon 02454 59-577, E-Mail: h.sass(at)vianobis.de


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Karina Wasch
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